EUROSOLAR AUSTRIA

Europäischer Solarpreis 2017 an zehn Preisträger in Wien verliehen

Hoch über den Dächern von Wien, in den Räumen des Plusenergiebürohauses der
Technischen Universität (TUtheSky) wurde am Samstag 18. November 2017 in einer
feierlichen Veranstaltung der Europäische Solarpreis 2017 verliehen. Nach Rom,
Prag und Barcelona fand die diesjährige Preisverleihung des Europäischen
Solarpreises gemeinsam mit EUROSOLAR Austria in Wien statt. Den Preis, der von
EUROSOLAR e.V. seit 1994 jährlich vergeben wird, erhielten zehn Sieger aus zehn
verschiedenen Ländern in zehn Kategorien. Die Gewinnerprojekte wurden
anhand von Filmen, Interviews und Präsentationen den mehr als 120 Besuchern
vorgestellt.


„Die Anzahl und Qualität der Innovationen und Erfolge waren dieses Jahr besonders
ermutigend und die Projekte senden damit eine starke Botschaft nach Europa.
Erneuerbare Energien stellen nicht nur die maßgebliche Infrastruktur für Wohlstand
und soziale Gerechtigkeit her. Sie sind auch unentbehrlich zur Bekämpfung der
Erderwärmung und für ein friedliches Zusammenleben“, erklärte EUROSOLAR-
Präsident Prof. Peter Droege bei seiner Begrüßungsrede.


DI Wolfgang Hein, Vorstandsmitglied von EUROSOLAR Austria, wies darauf hin,
dass Österreich die besten Voraussetzungen dafür hat,  seinen gesamten Strom bis
2022 aus Erneuerbaren zu beziehen und dies auch initiieren sollte. „Alle Neubauten
sollten rechnerisch Plusenergiebauten sein und die Sanierungsrate für Altbauten
müsste auf drei Prozent jährlich angehoben werden. Im Verkehrsbereich sollte in den
nächsten zehn Jahren eine massive Verlagerung zu umweltverträglichen
Verkehrsmitteln erreicht werden und der restliche Straßenverkehr in 20 Jahren mit
erneuerbar erzeugtem Strom erfolgen. Der Produktionssektor sollte sich weiter in
Richtung effizienten Ressourcenverbrauchs und der innovativen Nutzung
Erneuerbarer Energien entwickeln“, forderte Hein.


Die Vertreterin des unterstützenden Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und
Technologie Dr. Hedda Sützl-Klein berichtete von den breitgefächerten
Programmen des Ministeriums im Bereich nachhaltiger Gebäude und verwies auf
aktuelle Ausschreibungen und Links (www.bmvit.gv.at ,
https://nachhaltigwirtschaften.at  oder https://www.ffg.at).

Frau Prof. Karin Stieldorf begrüßte die Teilnehmer an der Solarpreisverleihung für
die gastgebende TU Wien und wies auf die dortigen vielfältigen Ausbildungs-
möglichkeiten hin.


Eurosolar Austria Vorsitzender Dr. Hans-Otto Schmidt freute sich die diesjährige
Solarpreisverleihung nach jenen 1994 und 1995 zum dritten Male in Wien
veranstalten zu dürfen. Er führte aus, dass die überwiegende Mehrheit der
Wissenschafter davon überzeugt ist, dass der Klimawandel, der auf der ganzen Welt
bereits verheerende Schäden herbeiführt, hauptsächlich durch menschliches
Handeln verursacht wird. Es ist daher absolut notwendig, die Energiewende
wesentlich rascher voranzutreiben, und zwar von den fossilen und atomaren
Energieträgern hin zu den Erneuerbaren wie Sonne, Wind, Wasserkraft, Biomasse
und Geothermie. Und etliche Wege dazu zeigen uns die  innovative Projekte der
Preisträger.


Gemeinderatsvorsitzender Mag. Thomas Reindl als Vertreter der Stadt Wien
betonte die Lebensqualität und den sozialen Wohnbau in Wien, den ambitionierten
neuen Smart-City-Stadtteil Seestadt Aspern, die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung an
PV-Projekten und das Ziel der Stadt, bis 2030 die Hälfte des Stroms erneuerbar
bereitzustellen.


Die Keynote gab MdB Prof. Stefan Schennach und konzentrierte sich dabei auf die
Fortschritte der Erneuerbaren in den Mittelmeerländern und favorisierte dabei die
regionale bzw. dezentrale Versorgung gegenüber zentralistischen bzw.
monopolistischen Ansätzen.


Landesrat Karl Wilfing eröffnete in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-
Leitner von Niederösterreich das vorangehende Symposium und berichtete unter
anderem, dass Niederösterreich schon die letzten zwei Jahre mehr erneuerbaren
Strom erzeugt als verbraucht wird. Bis 2030 hat sich das Land 50 Prozent
erneuerbare Energie insgesamt zum Ziel gesetzt. Die E- Mobilität wird sehr
unterstützt; mit dem neuen Mobilitätsplan wird es zu wesentlichen Taktverdichtungen
auf den Regionalbahnen (Franz-Josefs-Bahn ua) kommen und Regionalbusse, wo
notwendig, an das neue Bahn-Angebot angepasst werden. Es freut besonders, dass
bereits 1995 auf Einladung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im
niederösterreichischen Landhaus (damals noch in  Wien) die europäischen
Solarpreise verliehen wurden und  damals wie heuer ein Preisträger aus  
Niederösterreichs stammt.


Danach präsentierten und diskutierten die Referenten Prof. Stieldorf, DI Astrid
Schneider, Prof. Droege und MdL (Hessen) Stephan Grüger über Potentiale und
Erfahrungen für ein nachhaltiges europäisches Energiesystem in den Bereichen
solare Architektur, Stadtplanung, Wirtschaft und Politik. Sie kamen zu dem Schluss,
dass die notwendigen Technologien, um veraltete konventionelle Strukturen durch
nachhaltige zu ersetzen, bereits vorhanden sind. Als Forderung an die Politik wurde
festgehalten, dass die EU-Mitgliedsstaaten alle Barrieren für die Nutzung
Erneuerbarer Energien abbauen und in der Lage sein sollten, ihre eigenen
Marktregeln für den Einsatz und den Handel Erneuerbarer Energien zu wählen.


Der Europäische Solarpreis 2017 wurde von Präsident Droege an zehn
Preisträger verliehen:


Kategorie: Städte, Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke
Stadt Kaposvár, Ungarn
Außerordentlicher Einsatz, um als erste ungarische Stadt eine Energieversorgung
mit 100% Erneuerbaren Energien zu realisieren
www.kaposvar.hu


Kategorie: Solare Architektur und Stadtplanung
Stavros Niarchos Foundation Cultural Center (SNFCC), Griechenland
Starkes Symbol für ökologische Nachhaltigkeit und das Potential Erneuerbarer
Energien, integriert in ein Gebäude des kulturellen Lebens, das neue
architektonische Maßstäbe setzt
www.snfcc.org


Kategorie: Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen
Green City Energy, Deutschland
Langfristiger und weitreichender Beitrag für den Ausbau Erneuerbarer Energien in
Bürgerhand
www.greencity-energy.com


Kategorie: Lokale und regionale Vereine/Gemeinschaften
Region Thayaland, Österreich
Beispielhafte regionale Implementierung Erneuerbarer Energien und nachhaltiger
Mobilität durch die finanzielle Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger
Kem.thayaland.at


Kategorie: Besitzer und Betreiber Erneuerbarer-Energien-Anlagen
Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen (EKS), Schweiz
Praktische und effiziente Nutzung der Dachfläche eines Fußballstadions zur
Erzeugung von Solarenergie bei gleichzeitiger Sensibilisierung der Öffentlichkeit für
Erneuerbare Energien
www.eks.ch


Kategorie: Transport und Mobilität
Stadt Oslo, Norwegen
Zukunftsweisendes Mobilitätskonzept mit besonderer Berücksichtigung von
Elektrofahrzeugen und Vorbildfunktion für europäische Städte
www.oslo.kommune.no


Kategorie: Medien
Antonio Cerrillo, Spanien
Langjährige verantwortungsvolle Berichterstattung für eine nachhaltige und
umweltfreundliche Entwicklung in Spanien und Europa
www.lavanguardia.com


Kategorie: Bildung und Ausbildung
LEGO Gruppe, Dänemark
Inspirierendes Konzept zur Bewusstseinsschaffung für Erneuerbare Energien und
Umweltschutz bei Kindern
www.lego.com


Kategorie: Eine-Welt-Zusammenarbeit
EcoPeace Middle East, Jordanien/Palästina/Israel
Innovative Strategie für eine nachhaltige Entwicklung mit Hilfe Erneuerbarer
Energien in einer der wasserärmsten und konfliktreichsten Regionen der Welt
ecopeaceme.org


Kategorie: Sonderpreis für persönliches Engagement
Arnold Schwarzenegger, Vereinigte Staaten von Amerika/Österreich
Langjähriges Engagement für Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien sowie
Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Klimawandel
www.schwarzenegger.com


Ausführliche Beschreibung der Preisträger siehe:
www.eurosolar.de/en/images/EVENTS/ESP/ESP_2017/ESP17_Winner_Brochure_w
eb1.pdf

Der Europäische Solarpreis wird von EUROSOLAR in Kooperation mit den
nationalen Sektionen seit 1994 jährlich an Gemeinden, kommunale Unternehmen,
Vereine und Organisationen, Architekten, Journalisten und private Personen
verliehen. Mit der Verleihung werden innovative Vorbilder und engagierte
Wegbereiter aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien in das Interesse der
Öffentlichkeit gerückt sowie neue Impulse für eine regenerative und dezentrale
Energiewende in Europa gegeben.


Am darauffolgenden Sonntag 19. November fand für etwa 20 interessierte
Teilnehmer eine Exkursion in die als Smart City geplante Seestadt Aspern statt.
Unter der fachkundigen Führung von Mag. Wolfgang Bernhuber (Sonnenkraft) und
Ing. Günter Lang (Passivhaus Austria) wurden einige bemerkenswerte
Studentenwohnheime und das partizipative Wohnprojekt LiSA (Leben in der Seestadt
Aspern) besucht.

Unterstützt vom BMVIT 

Hinweise für die Redaktionen:
Die ausführlichen Würdigungen und Bildmaterial der Preisträger finden Sie unter:
https://www.eurosolar.de/en/index.php/events/european-solar-prize-eurosolar

Bilder der Veranstaltung online abrufbar unter:
https://www.flickr.com/photos/eurosolar/albums/72157687155918272