EUROSOLAR AUSTRIA

Kommentare und Präsentationen zur Solarpreisverleihung 2019

 30 Jahre EUROSOLAR AUSTRIA

DI Wolfgang Hein, Ministerialrat i.R., Gründungspräsident und Vorsitzender von EUROSOLAR AUSTRIA, weist in seiner Begrüßung darauf hin, wie wichtig es seinerzeit war und noch immer ist, die Notwendigkeit und Realisierbarkeit des vollständigen Umstiegs auf Erneuerbare Energien aufzuzeigen und die schnellst­mögliche Umsetzung zu forcieren. Aus heutiger Sicht der Klimaforscher genügt die Erreichung der Treibhausgasneutralität in diesem Jahrhundert oder bis 2050 nicht, um das Kippen des Erdklimas in verhängnisvolle Temperaturbereiche zu vermeiden. Bis 2030 muss das Ziel – Treibhausgasneutralität – erreicht werden, nicht nur für die Stromerzeugung, auch für die Sektoren Mobilität, Wärme und Produktion.

DDr. Hedda Sützl-Klein begrüßte als Vertreterin des BMVIT die Festgäste und bedankte sich bei den anwesenden Pionierinnen und Pionieren für ihr großes und langjähriges Engagement. Was mit der Initiative einzelner und mit den engagierten Diskussionen bei Energiestammtischen – wie vor 30 Jahren bei EUROSOLAR Austria - begonnen hatte, mündete in überaus viele zukunftsweisende Projekte. Inzwischen gibt es zahlreiche Unternehmen, die auch weltweit sehr erfolgreich tätig sind: Exportquoten von 80 % und mehr zeigen, dass in Österreich gefragte Spitzenprodukte und Komponenten für den Weltmarkt im Bereich erneuerbare Energietechnologien und Systemlösungen produziert werden.
Österreich hat bereits sehr früh auf Bundesebene Forschungs- und Technologieprogramme im Bereich Energie- und Umwelttechnologien aufgebaut (z.B.: „Haus der Zukunft“, „Fabrik der Zukunft“, “Energiesysteme der Zukunft“), die eine wichtige Rolle in der Unterstützung der Forschung und Technologieentwicklung spielten. Heute konzentrieren sich die Forschungs- und Technologie-Programme v.a. auf den städtischen Bereich und auf Energieregionen, deren Energieversorgung zu 100% auf Erneuerbaren Energien beruhen soll: z.B. das BMVIT-Programm „Stadt der Zukunft“ mit dem ambitionierten aktuellen Schwerpunkt „Auf dem Weg zu Plusenergiequartieren“ sowie die Initiativen „Smart Cities“ und „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds.

Rückblick und Ausblick: DI Wolfgang Hein erinnert daran, dass die Gründungsversamm­lung der österreichi­schen Sektion von EUROSOLAR unter der Leitung von Dr. Hermann Scheer am 2. Oktober 1989 im Naturhistorischen Museum stattfand. Franz Nießler, Alois Englander, Josef Blauen­steiner, Franz Viktor Breiner, Freda Meissner-Blau und weitere Solarpioniere haben die Gründung dieser Vereinigung in die Wege geleitet. Die erste Verleihung der europäischen und öster­reichischen Solarpreise wurde bereits 1994 vorgenommen: im Wiener Rathaus mit Bundeskanz­ler Vranitzky und Umweltstadtrat Häupl, die zweite 1995 im niederöster­reichischen Landhaus mit Sektionschef Rozsenich und Landes­hauptmann Erwin Pröll. EUROSOLAR Österreich konnte auf Betreiben des damaligen dritten National­rats­präsidenten Stix und SC Rozsenich das Sonnenhaus im Arsenal viele Jahre als Büro nutzen.


Als weitere Highlights erwähnte er die von Hermann Scheer angeregte und von UN-Generalsekretär Boutros-Ghali nach der Rio-Konferenz 1992 eingesetzte UN-Kom­mission zum Potential der Erneuerbaren Energien und die ebenfalls auf Betreiben Scheers bei der UNESCO angesiedelte Weltsolarkommission aus 16 Staats- und Regierungschefs, die 1996 in einem Weltsolargipfel in Harare mit über 20 Staats­oberhäuptern kulminierte. Ein Meilenstein war die von EUROSOLAR initiierte Weltphotovoltaikkon­ferenz 1998 in der Wiener Hofburg. Politische Erfolge, zu denen Eurosolar beitrug: die von Landes­haupt­mann Niessl betriebene Umstellung der burgenländischen Stromerzeugung von Import- auf Windenergie zu über 100 % (!) und die unter Landeshauptmann Pröll erreichte erneuerbare Stromerzeugung in Niederösterreich. Österreich ist damit bei der Windkrafterzeugung weltweit führendes Binnenland. Als Herstellerland ist Österreich internatio­nal besonders erfolgreich bei Biomassekesseln und Sonnen­kollektoren.


In allen Bundes­ländern gab es Initiativen und Projekte für Solarenergie, um diese Techno­logien breitenwirksam bekanntzumachen (Vorzeigestadt Güssing, Selbstbaubewegung für Solarthermie in der Steiermark, Vorarlberg als Vorreiter für Photovoltaik und nachhaltige Architektur).
Eine besonders aktive Persönlichkeit war Dr. Hans Kronberger, langjähriger General­sekretär von EUROSOLAR AUSTRIA. Als EU-Abgeordneter konnte er in Absprache mit Dr. Hermann Scheer in den Gremien der EU einiges bewirken.

Das Eurosolare Zeitalter ist da: Prof. Peter DROEGE, Präsident des europäischen Vereins EUROSOLAR e.V. mit Sitz in Bonn, Direktor des Liechtenstein Institute for Strategic Development: Wir müssen das ganze fossile Denken hinter uns lassen. Die Idee „Fridays for future“ hätte es bereits vor 30 Jahren geben sollen. Es ist nicht mehr aufzuhalten, dass Europa zu warm wird.


Wo stehen wir heute: Windkraft hat sich weiter verbessert, der PV-Wirkungsgrad ist auf 25 % gestiegen. PV ist die am schnellsten wachsende Energietechnologie. Global hat PV die Windkraft fast eingeholt, die Kapazität von beiden liegt derzeit jeweils über 500 Gigawatt. China hat den Hauptanteil am Wachsen der PV.


Aber: Die Subventionen für fossile und Atomenergie gibt es noch immer, sie steigen sogar noch!

 

Österreichische Solarpreisverleihung 2019

Seit 1994 werden von EUROSOLAR AUSTRIA mit dem jährlichen Solarpreis herausragende innovative Projekte und Initiativen von Anwendungen Erneuerbarer Energien in verschiedenen Preiskategorien ausgezeichnet, die eine konsequente und dezentrale Energiewende verfolgen. Elf Solarpreise wurden am 4. Oktober 2019 im Rahmen des Festaktes zum 30jährigen Bestehen der österreichischen Sektion von Eurosolar im Naturhistorischen Museum in Wien vergeben.



Keynote: Univ. Doz. Dr. Peter Weish:
Dr. Weish ist seit vielen Jahren aktiv, zuerst gegen Atom, in der Folge für Erneuerba­re Energien. Bei Zwentendorf wurde noch einige Jahre hinterfragt, ob die Ablehnung vernünftig war. Bei Hainburg war die Hoffnung, dass andere Erneuerbare Energien schneller kommen, aber das war dann nicht so. Warum ist es nicht so gekommen? Alle emanzipatorischen Bewegungen wie auch Gesetze, die nicht den Interessen der Industrie entsprechen, wurden und werden von Machteliten bekämpft. Das ist der Grund – nicht die Energiepioniere machen etwas falsch, sondern die Widerstände sind gewachsen.


Optimistisch stimmt, dass auf internationaler Ebene der Konsens in eine zukunfts­fähige Entwicklung vorhanden ist (der natürlich hintertrieben wird von Machteliten). Im Jahr 2015 haben 193 UNO-Mitgliedsstaaten die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ (17 Nachhaltigkeitsziele) beschlossen (am 1. 1. 2016 in Kraft getreten). Ein weiterer Erfolg auf UNO Niveau: Initiiert von ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons), einer internationale Basisbe­wegung in Richtung Verbot von Atomwaffen, und einigen Mitgliedsstaaten, wurde in der UNO 2017 von 122 Staaten ein Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen beschlossen. Dieses Abkommen haben schon mehr als 30 Staaten schon ratifiziert. Sobald 50 Staaten ratifiziert haben, ist es völkerrechtlich verbindlich.


Macht hat keinen Anspruch auf Sonderrechte, sondern Macht ist verbunden mit Sonderpflichten. Die Pflicht der Schwachen besteht darin, die Mächtigen an ihre Verantwortung zu erinnern.


Keynote: Martin Schuster, Bürgermeister von Perchtoldsdorf, in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, überbringt Grüße und Gratulation von Landeshauptfrau Mikl-Leitner.
EUROSOLAR Austria und Perchtoldsdorf haben eine 25-jährige Partnerschaft. Franz Nießler hat den Kontakt hergestellt und das erste Energiekonzept für Perchtoldsdorf erarbeitet. Eine der ersten Maßnahmen war die Errichtung einer PV-Gemeinschafts­anlage auf dem Wasserwerk, die heute noch voll funktionsfähig ist. Perchtoldsdorf ist Klimabündnisgemeinde und setzt sich intensiv dafür ein, die Energieautarkie rasch zu erreichen!


Niederösterreich ist insgesamt auf einem guten Weg, sowohl was die ökologischen Aspekte der Wohnbauförderung, als auch die Bemühungen um einen höheren Anteil im E-Mobilitätssektor anbelangt.

Der Vorsitzende DI Wolfgang Hein zeichnete die elf Preisträger aus, die ihre prämierten Projekte eindrucksvoll präsentierten.
Die Laudatio für Frau Hildegard Breiner hielt Univ. Doz. Dr. Peter Weish 

 

Solarpreisträger

Preis für Städte und Gemeinden/Stadtwerke

STADT SALZBURG

Ing. Franz Huemer MSc

5024 Salzburg, Mirabellplatz 4

Tel. +43 (0)662 8072 2484

franz.huemer[@]stadt-salzburg.at

www.stadt-salzburg.at

Vortrag 1: Eine Sporthalle voller Energie – Plusenergiegebäude Sportzentrum Nord

 

Preis für Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe / Unternehmen

Bäckerei Christian P. Deiser e.U.

Christian Peter Deiser

2500 Baden, Goethegasse 8

Tel. +43 (0)699 1045 10 98

broeselkoenig[@]nockerl.at

www.bäckerei-deiser.at

Vortrag 2: Energieautarke Lebensmittelproduktion (Bäckerei)

 

 

Preis für Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe / Unternehmen

 

 

Elektrotechnik Leitinger Photovoltaik

GmbH

Bernhard Stöckl

5771 Leogang, Hirnreit 182

Tel. +43 (0)664 55 44 717

bstoeckl[@]et-leitinger.at

www.photovoltaik-elektrotechnik.at

Herbert’s Bio Freilandeier

Herbert Rohrmoser

5092 St. Martin bei Lofer, Wildmoos 48

Tel. +43 (0)6588 8570

info[@]gut-essen.com

Vortrag 3: Erster bifacialer Solarzaun Österreichs Ein innovatives Produkt aus dem Pinzgau

 

Preis für Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe / Unternehmen

Tobias Ilg

6850 Dornbirn, Hatlerstraße 66a

Tel. +43 (0)664 300 5633

tobias.ilg[@]biomassehof.at

www. biomassehof.at

Vortrag 4: EnergieWerk Ilg GmbH

 

 

Preis für Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe / Unternehmen

eFRIENDS Energy GmbH

Klara Dimmel

2023 Nappersdorf, Nappersdorf 51

Tel. +43 (0)2953 20102

office[@]efriends.at www.efriends.at

Vortrag 5: Lokale Energiegemeinschaft eFRIENDS

 

Preis für lokale oder regionale Vereine als Förderer von Projekten für Erneuerbare Energien

Raiffeisenbank Thayatal-Mitte eGen

Dir. Roland Wagner

3820 Raabs an der Thaya, Hauptplatz 11

Tel. +43 (0)2846 332-0

info.32127[@]rb-32127.raiffeisen.at

www.raiffeisen.at/noew/thayatal-mitte

Vortrag 6: Raiba Thayatal-Mitte steht für zukunftsfähiges Wirtschaften – im eigenen Bereich und als Partner in und für die Region

 

 

Preis für Solares Bauen

BWS Gemeinnützige allgemeine Bau-, Wohn-

und Siedlungsgenossenschaft reg. Gen.m.b.H.

Bmst. DI Michael Castelliz

1100 Wien, Triester Straße 40/3/1

Tel. +43 (0)1 546 08-0

marketing[@]bwsg.at, revitalisierung[@]bwsg.at

www.bwsg.at/de/home

Vortrag 7: Zukunft Wohnen – Sanierungsprojekt Hauffgasse 37-47, 1110 Wien

 

 

Preis für Transportsysteme mit Erneuerbaren Energien

FutureDriving Dangl GmbH

Andreas Dangl

3834 Pfaffenschlag, Schwarzenberg 12

Tel. +43 (0)664 403 2971

info[@]futuredriving.at, www.futuredriving.at

Vortrag 8: Flexible eAuto Miete

 

 

Preis für Transportsysteme mit Erneuerbaren Energien

 

Herbert Bisovsky

1180 Wien, Strassergasse 43

Tel. +43 (0)699 171 72 577

info[@]herbert-bisovsky.at

flyingcarpet.info

Johannes Horvath

1180 Wien, Gentzgasse 23/2/4

Tel. +43 (0)664 885 32 941

joho[@]celebro.at

Vortrag 9: Der elektrische Lastenroller – Flyingcarpet

 

 

Preis für Bildung und Ausbildung

KEM Klima- und Energie Modellregion

DI Ansbert Sturm

3843 Dobersberg, Lagerhausstraße 4

Tel. +43 (0)664 886 56 246

ansbert.sturm[@]thayaland.at

kem.thayaland.at

Lebensstil trifft Klimaschutz im

Thayaland!

HTL Karlstein

DI Ansbert Sturm

3822 Karlstein a.d. Thaya, Raabser Str. 23

Tel. +43 (0)664 886 56 246

ansbert.sturm[@]htl-karlstein.ac.at

www.htl-karlstein.ac.at/post/soschi-

solarschienenfahrrad

Solarschienenfahrzeug – SoSchi

 Vortrag 10 1: Schulprojekte im Thayaland leisten Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende

 Vortrag 10_2

 

Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement

Hildegard Breiner

6900 Bregenz, Thalbachgasse 8

Tel. + 43 (0)557 442154

hildegard.breiner[@]aon.at

Vortrag 11: Ein Leben für die Energiewende

 

 

Gesamtübersicht Solarpreis 2019: http://www.eurosolar.at/Drucksorten/Solarpreis2019/Solarpreisbroschuere2019.pdf

 

 

 

Unterstützt wurde die Veranstaltung vom BMVIT