EUROSOLAR AUSTRIA

Österreichischer Solarpreis 2018 - 11 Preise in Bregenz-verliehen

 

Österreichischer Solarpreis 2018 in Bregenz verliehen

 

Der Österreichische und Europäische Solarpreis wird von EUROSOLAR an Gemeinden, kommunale Unternehmen, Privatpersonen, Ingenieure, Architekten, Eigentümer von Anlagen sowie an Organisationen und Journalisten vergeben, die sich um die Nutzung der Sonnenenergie im besonderem Maße verdient gemacht haben und somit neue Anstöße zur Breiteneinführung gegeben haben.

Die Preisvergabe soll das Thema Solarenergienutzung in die breite Öffentlichkeit tragen, Leuchtturmprojekte aufzeigen und Energiekonsumenten überzeugen, dass die Nutzung einer abgestimmten Mischung aus Erneuerbaren Energien am besten geeignet ist, den Energiebedarf nachhaltig, umweltfreundlich und kostengünstiger als mit fossilen und atomaren Energien zu decken. Es werden besonders innovative Projekte und Initiativen Erneuerbarer Energien in den Bereichen Photovoltaik, Solarthermie, Wind, Biomasse, Geothermie sowie Mobilität ausgezeichnet.

 

Dieses Jahr fand die feierliche Verleihung im Festspielhaus Bregenz am Samstag, 29. September 2018 statt in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg sowie mit Unterstützung der Energieautonomie Vorarlberg.

 

MA Sandra SCHOCH, Vizebürgermeisterin der Landeshauptstadt Bregenz begrüßte die Festgäste. Sie sprach vom immer spürbarer werdenden Klimawandel und von den Aktivitäten in Bregenz. Als e5 Gemeinde mit 4 e sowie als Teilnehmerin am 2000-Watt-Programm werden zumindest größere Schritte in die richtige Richtung ermöglicht

 

MR i.R. DI Wolfgang HEIN, Vorsitzender von EUROSOLAR AUSTRIA bedankte sich bei der Vorarlberger Landesregierung und der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg für die Unterstützung, die diesjährige Preisverleihung in so einem schönen Rahmen durchführen zu können. Weiters betonte er in seinen Begrüßungsworten, dass Österreich international gute Beiträge zum Ausstieg aus der Atomenergie, zur Entwicklung und Verbreitung der Solarthermie, der Biomassenutzung, insbesondere Pelletskessel und Biomasse-Heizkraftwerke, und der Windenergienutzung im Binnenland leistet, sich auch bei der E-Mobilität bemüht, bei den Initiativen zur Erfüllung des Pariser-Klimavertrages wie vorher schon beim Kyoto-Protokoll aber nicht vorbildlich ist.

DI Johann PUNZENBERGER, Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg, zeigte auf, dass es heute nicht mehr ausreicht, nur eine gemeinsame Vision zu haben. Wenn es einen wirksamen Klimaschutz geben soll, braucht es zusätzlich zum gemeinsamen Ziel auch eine gemeinsame Strategie und gemeinsam getragene Maßnahmen. Die Plattform www.Klimacent.at bietet dazu in Vorarlberg ein verbindendes Element, um über eine freiwillige CO2 Abgabe wirksam zu werden: für die raschere Umsetzung von Klimaschutzprojekten und für den Druck auf die Politik, auch für Ignoranten und Konzerne die erforderliche Mitverantwortung für eine lebenswerte Zukunft festzulegen. Mit 1 Cent/kWh Stromverbrauch sowie 1 Cent/kg CO2 Emissionen für den fossilen Energieverbrauch kann jede/r zeigen, dass er/sie es zumindest selbst ernst nimmt. Denn jede Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt im eigenen Wirkungsbereich. Der nächste Schritt ist dann die Vernetzung mit Gleichgesinnten, um somit eine Bewegung und eine breite politische Getragenheit aufzubauen. In Vorarlberg haben bereits 35 Gemeindevertretungen beschlossen, eine freiwillige CO2 Abgabe für die von ihrer Verwaltung verursachten CO2 Emissionen zu leisten. Damit werden gezielt Klimaschutzprojekte in der eigenen Gemeinde trotz unzureichender öffentlicher Förderungen bzw. Marktpreise zur Umsetzung gebracht. Aktuell liegt darauf aufbauend auch eine Petition im Vorarlberger Landtag, um einen verursachergerechten Finanzierungsbeitrag von Haushalten und Unternehmungen festzulegen. Dieser soll für Investitionen zur Vorarlberger Energieautonomie motivieren und wieder an die Haushalte und Unternehmungen zweckgebunden zurückgegeben werden.

 

MR Dr. Hedda SÜTZL-KLEIN, Vertreterin des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) dankte den Solar-Pionierinnen und Pionieren für Ihr großes Engagement und wies auf die zahlreichen vorbildlichen Initiativen im Gastgeberbundesland und auf wichtige jüngste Beschlüsse und Umsetzungsschritte der neuen Bundesregierung hin:

  • Die im Mai 2018 beschlossene neue Energie- und Klimastrategie (https://mission2030.info/) strebt bis 2050 einen Ausstieg aus der fossilen Energiewirtschaft (die „Dekarbonisierung“) an und enthält das Ziel, bis 2030 den Stromverbrauch in Österreich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken (national bilanziell).
  • 2 der 10 Leuchtturmprojekte der neuen Energie- und Klimastrategie Österreichs betreffen Energieforschungsinitiativen: 1. Bausteine für die Energiesysteme der Zukunft und 2. das Programm „Mission Innovation Austria“: Österreich ist der globalen  „Mission Innovation“-Initiative  führender Energietechnologieländer zu mehr Entwicklung und Einsatz sauberer Energietechnologien für einen raschen Übergang zu einer klimafreundlichen Gesellschaft beigetreten und will die Energieforschungsausgaben erhöhen.
  • Österreich hat auch eine nationale Speicherinitiative ins Leben gerufen: Das BMVIT und der österreichische Klima- und Energiefonds starteten im Sommer 2018 mit der Umsetzung der Technologie-Roadmap „Energiespeichersysteme in und aus Österreich“.

Die aktuelle 6. Ausschreibung des Forschungs- und Technologieprogramms „Stadt der Zukunft“ hat die  Digitalisierung des Bauwesens, die Umsetzung von „Plus-Energie-Quartieren“ und innovative Stadtbegrünungstechnologien zum Thema: www.ffg.at/programme/stadt-der-zukunft.

Weitere Informationen zu aktuellen Vorhaben, Veranstaltungen und Forschungsergebnissen sind auf den BMVIT-Webseiten und im Newsletter auf www.nachhaltigwirtschaften.at  erhältlich.

 

„Das erneuerbare Zeitalter ist da“,  Professor Peter DROEGE, Präsident von Eurosolar, Direktor vom Liechtenstein Institute for Strategic Development unterstrich in seinem Vortrag, dass es keine Alternative zur Vollversorgung mit erneuerbaren Energien gibt, wobei auch die in den Ressourcen versteckte Grauenergie letztlich zu berücksichtigen ist  Es ist aber nicht genug, die anthropogenen Treibhausgas-emissionen rasch zu beenden, sondern es muss auch Kohlenstoff aus der Atmosphäre im Boden und der Vegetation verstärkt gebunden werden. Das Ziel muss eine Rückführung des Kohlendioxidgehalts von jetzt über 400 ppm auf das vorindustrielle Niveau von 280 ppm sein; auch die Methan- und Lachgaseinträge müssen vermindert werden.

Droge betonte, dassdas erneuerbare Zeitalter und die Energiewende da sind, aber nicht hier:  in China, den USA und auch in Indien wird zur Zeit wesentlich stärker investiert und umgesetzt.

Er warb auch für eine Zusammenarbeit im Bodenseeraum aller vier Länder und verwies dabei auf sein neues Buch „Climate Design“.

 

DI Christian VÖGEL, Energiekoordinator des Landes Vorarlberg erläuterte in seinem Vortrag Energieautonomie Vorarlberg“ den Status Quo der vielen Schritte, welche die Landesregierung bereits gesetzt hat. Er zeigte aber auch auf, dass das Tempo nun massiv erhöht werden muss.

 

Christof Drexel, Autor von „ZWEI GRAD EINE TONNE. Wie wir das Klimaziel erreichen und damit die Welt verändern“ zeigte auf, dass die jährlichen CO2-Emissionen von derzeit zwölf auf eine Tonne pro Person reduziert werden müssen, um die globale Erwärmung unter dem gefährlichen Ausmaß von zwei Grad zu halten. Dazu wurden die einzelnen Lebensbereiche genau durchleuchtet und die Einsparpotenziale aufgespürt, deren Hebung nicht nur dem Klima guttun. Effizienzverbesserungen, die sich auch wirtschaftlich lohnen, werden ermittelt, und eine dekarbonisierte Energieversorgung, die technisch machbar und leistbar ist, dargelegt. Eine Skizze des wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Wandels, der die Erreichung von „Zwei Grad. Eine Tonne“ rechtzeitig ermöglicht, wird im Buch entworfen.

 

Landesrat Christian GANTNER von der Vorarlberger Landesregierung freute sich, dass der Solarpreis zum zweiten Mal im Ländle vergeben wird und dass sein Vorgänger bei der ersten Verleihung Erich Schwärzler auch heute dabei ist. Dass gleich zwei der heutigen Preisträger aus Vorarlberg kommen ist erfreulich. Das Land hat ambitionierte Pläne und nimmt die Energiewende ernsthaft in Angriff.

 

 

MR i.R. Di Wolfgang HEIN und Landesrat Christian GANTNER zeichneten die einzelnen Preisträger aus, die ihre prämierten Projekte eindrucksvoll präsentierten.

 

Alle Preisträger im Überblick

Preis für Städte und Gemeinden oder Stadtwerke

Solares Speicherprojekt HELIOS Graz                                                                                             

Energie Graz GmbH & Co KG

Die Anlage kombiniert Sonnenenergie mit einer Deponiegasnutzung und einem Großspeicher für die Fernwärme Graz. Das Herzstück dieses Projekts ist ein druckloser Wärmespeicher, der über eine Großsolaranlage, ein Deponiegas-Blockheizkraftwerk und eine Power-to-Heat-Anlage beladen wird. Der funktionale Wärmespeicher ist direkt in das Fernwärmenetz eingebunden. Der wesentliche Nutzen daraus ist, dass vor allem am Morgen ein Beitrag zur Abdeckung der Spitzenzeiten gewonnen wird.


Strom und Wärme aus der Sonne – die acht Gemeinden der                                                        

Energieregion Vorderwald schreiben Erfolgsgeschichte.  

Energieregion Vorderwald

Die acht Gemeinden – Doren, Hittisau, Krumbach, Langenegg, Lingenau, Riefensberg, Sibratsgfäll, Sulzberg – setzen seit Gründung der Modellregion 2009 zahlreiche Maßnahmen auf dem Weg zur Energieautonomie um.

Alle acht Gemeinden haben nach und nach PV Anlagen auf kommunalen Gebäuden zur Ökostromerzeugung installiert. Insgesamt gibt es in der Region derzeit über 300 PV Anlagen mit einer Leistung von rund 3.400 kWp (pro Einwohner 2,5 mal so viel wie im Landesdurchschnitt). Über 80% der Raumwärme werden über erneuerbare Energieträger abgedeckt (45% sind es im Landesdurchschnitt).

 

Preis für Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe / Unternehmen

Projekt Neubau Metzler Naturhautnah   Egg/Bregenzerwald   Vorarlberg

Ingo Metzler, Gebhard Keckeis, Bmst Christian Läßer

Der Lösungsansatz des Energiekonzeptes konzentriert sich nicht nur auf die Solarenergie-Erzeugung, sondern auch auf die Nutzung und Speicherung der überschüssigen Energie aus den Sommermonaten mit dem Ziel 100 % solare Deckung. Mit einem hoch-selektiven Kollektorfeld kann die Wärmeleistung aus der Sonne aktiv in alle Stahlbetonplatten (1.910 m2 Bauteilaktivierung) eingeleitet werden. Mit der überschüssigen Solarwärme wird unter dem Gebäude ein zusätzlicher Schotterspeicher (860 m3) beladen. Aufgrund der Anlageneffizienz konnte ein Energieüberschuss lukriert werden. Der Strombedarf zum Betrieb der Anlage wird zur Gänze über eine Photovoltaikanlage abgedeckt

 

Preis für Solares Bauen

mineroom Studierenden-Wohnheim Leoben   Steiermark

aap.architekten ZT-GmbH

Das Wohnheim wird für 201 Studierende während ihrer Zeit in Leoben ein zeitgemäßes Zuhause sein. Mineroom ist als Passivhaus konzipiert. Neben einer hocheffizienten Lüftungsanlage mit Wärme- und Feuchterückgewinnung, einer optimierten Gebäudehülle und einer größtmöglichen PV-Anlage wurden auch stromverbrauchende Komponenten optimiert und Standby-Funktionen vermieden. Das gesamte Objekt wurde mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Ein Platz bzw. Leerverrohrungen für einen Batteriespeicher wurden bereits vorgesehen.

mineroom steht für ökologisches und interkulturelles Zusammenleben. Die Studierenden aus dem In- und Ausland werden als Multiplikatoren die Idee des Passivhauses und energieeffizienten Bauens in die Welt tragen

 

Preis für Medien

„Autarkie – Leben in Freiheit, Schritt für Schritt zur eigenen Stromversorgung
Lukas Pawek & Franz Spreitz,  Niederösterreich
Zwei Menschen, zwei Häuser, ein Buch über autarke Stromversorgung. Franz Spreitz – gelernter Elektrotechniker und Absolvent der NDU St. Pölten – lebt mit seiner Familie seit zwanzig Jahren in einem völlig stromautarken Haus. Lukas Pawek – gelernter EDV- und Elektrotechniker und Gründer von oekonews.at – hat sich vor vier Jahren seinen Wunsch nach einem 100% energie- und wasserautarken Wochenendhaus erfüllt. Beide haben ihre Häuser konsequent energieeffizient gestaltet, um möglichst ressourcenschonend eine autarke Stromversorgung zu realisieren.
Diese Erfahrungen und konkrete Handlungshinweise wurden einfach und praxistauglich erklärt zu einem 200-seitigen Praxis-Handbuch zusammengefasst.

 

Preis für Transportsysteme mit Erneuerbaren Energien

ElektroMobil – Gänserndorf    Niederösterreich
Verein ElektroMobil Gänserndorf

Thomas Breitsprecher, Margit Drescher, Walter Lang
Der unabhängige gemeinnützige Verein ElektroMobil Gänserndorf fördert seit einem Jahr die umweltfreundliche Mobilität mit einem Elektroauto der Marke Renault ZOE R90, das mit einem 41 kWh Akku ausgestattet ist. ElektroMobil bietet einen umweltfreundlichen Fahrtendienst für die Mitglieder des Vereines an. Die derzeit 35 ehrenamtlichen FahrerInnen kommen ebenfalls aus den Reihen der Mitglieder. Aufgrund der hohen Auslastung wurde vom Verein bereits im August 2018 ein zweiter Renault ZOE R90 in Betrieb genommen. Dieser wird sowohl im Fahrtendienst eingesetzt als auch den FahrerInnen zum unentgeltlichen Carsharing angeboten.

Es wird ausschließlich mit Sonnenstrom gefahren; zwei großen PV-Anlagen mit zusammen 71,3 kWp auf zwei Passivhaus-Kindergärten und aus zwei Stromspeichern mit zusammen 22 kWh Kapazität. Diese Energie wird von der Stadtgemeinde Gänserndorf freundlicherweise unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

 

Preis für Bildung und Ausbildung

Green Energy Wohnpark Gösting, Steiermark

Ausbildungs-Partnerschaft zwischen Schule und Wirtschaft

HTL-Bulme Graz-Gösting, 111 gröbl wohnpark gösting entwicklungs gmbh

Um die Energiewende zu schaffen, bedarf es motivierter und bestens ausgebildeter TechnikerInnen. Die HTL-BULME ist mit ihrem Kompetenzzentrum „Green Village“ im Bereich Erneuerbare Energien Vorreiter einer praxisnahen, kompetenten und zukunfts-weisenden Ausbildung in Österreich. Die 111 Gröbl Gruppe rund um Werner Gröbl hat sich in ihrer Arbeit ganz der Entwicklung von Immobilien und Grundstücken verschrieben. Derzeit entsteht eines der größten Wohnbauprojekte in Graz, der Wohnpark Graz-Gösting mit 270 Wohnungen. Werner Gröbl ist ein Querdenker und Visionär. Seine Vision ist es, den Wohnpark Graz- Gösting mit Erneuerbarer Energie zum großen Teil energieautark zu versorgen. Da war es naheliegend, dass Gröbl an die HTL BULME herantrat mit der Idee, seine Visionen in einer Diplomarbeit umzusetzen.

 


SOLPOL - Solarenergietechnologien auf Basis von Polymermaterialien

O.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. mont. Reinhold W. Lang, Johannes Kepler Universität Linz

SolPol („Polymerwerkstoffe für die Solartechnik“) ist die weltweit größte vorwettbewerbliche Forschungsinitiative zum Thema Kunststoffinnovationen für die Solartechnik. Durch die Einbeziehung der Kompetenz von führenden österreichischen Polymer- und Solar-Forschungseinrichtungen und die Expertise von führenden österreichischen Kunststoff- und Solarthermie-Unternehmen wurde ein weltweit einzigartiges Potential für die Entwicklung von neuen, kunststoff-basierten thermischen Kollektorsystemen und Photovoltaik-Modulen geschaffen.

Die SolPol Forschungsinitiative läuft seit 2010 und betreibt Forschung auf dem Gebiet solarthermischer Systeme und der Photovoltaik. Sie wird vom Institute of Polymeric Materials and Testing der Universität Linz geleitet und koordiniert. Gemeinsam mit 28 Konsortialpartnern (19 Unternehmenspartner, 9 wissenschaftliche Partner) beläuft sich das – vom Klima- und Energiefonds im Rahmen seiner Energieforschungsprogramme geförderte – SolPol-Forschungsbudget auf ca. 14 Mio. Euro.

Die SolPol Forschung hat zu einem beachtlichen wissenschaftlichen Output geführt: Akademische Arbeiten: 7 Dissertationen, 12 Masterarbeiten, 13 Bachelorarbeiten; Publikationen: insgesamt 37 referierte Publikationen und über 100 Vorträge bei nationalen und internationalen Tagungen und Konferenzen

 

 

Landwirtschaftliche Fachschule Tulln   Niederösterreich

Direktor Dipl.-HLFL-Ing. Josef Meisl

Die Landwirtschaftliche Fachschule Tulln ist eine dreijährige, berufsbildende, mittlere Schule und wird seit September 2016 als Expositur der LFS Obersiebenbrunn geführt.

Die Schule hat seit 1999 folgende Ausbildungsfachrichtungen:

1. Nachhaltige Landwirtschaft mit Energie- & Industriepflanzenproduktion, Produktionsmanagement/Be- und Verarbeitungsmanagement/Vermarktungs-management“

2. Nachhaltige Landwirtschaft mit Erneuerbare-Energie- und Bioenergiegewinnung „Kaskadische Nutzung der Biomasse und nachhaltiges Energiesystem – der Weg zur Eigenenergieversorgung“

3. Nachhaltige Landwirtschaft mit kommunalen Dienstleistungen und Kommunaltechnik

4. Nachhaltige Landwirtschaft mit Landschaftspflege

Durch die Aktivitäten auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien einschließlich der Bioenergiegewinnung wurde es möglich, dass die Schule und Internat heute ihren Energiebedarf an Wärme und Strom, der einem Ort mit ca. 100 Einfamilienhäusern entspricht, selbst abdecken kann.

 

 

Preis für Eine-Welt-Zusammenarbeit

Photovoltaikanlage Hospital Rourkela, Indien

in Kooperation mit St. Gabriel     Niederösterreich

Immobilienfonds der Steyler Missionare in Österreich

Schwesterprojekt in Indien: Im Hospital der CWS Community Welfare Society in Rourkela, Indien, wurde eine Photovoltaik-Anlage mit ca. 50 kWp errichtet und im April 2017 in Betrieb genommen. Die PV-Anlage des CWS Hospitals wurde zum Modellprojekt, zum Vorbild und Referenzprojekt für andere Folgeprojekte in der Region. Durch die PV-Anlage wurde der Spitalstandort aufgewertet! Regionale Entscheidungsträger und die Bevölkerung wurden und werden dadurch ermutigt, weitere Projekte zu realisieren wie z.B. eine PV-Anlage für die renommierteste Schule der Stadt.

Zwei Standorte – ein Signal: Die Photovoltaikanlagen in St. Gabriel und in Rourkela sind ein zukunftsweisendes Signal für die Themen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Ein Projekt mit einer starken Botschaft, die nicht oft genug in die Welt geschickt werden kann: „Wir alle leben auf demselben Planeten. Ihn zu schützen und das Leben darauf zu bewahren, liegt in unseren Händen!“

 

 

Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement

Ing. Herbert Ortner, Elfriede Ortner und Dipl.- Ing. (FH) Stefan Ortner

Fa. ÖkoFEN Forschungs- und Entwicklungs Ges.m.b.H.Oberösterreich
 Entwicklung und Umsetzung des energieautarken Hauses mit                                    

100 Prozent Pellets und Solar

1989 gründete Herbert Ortner gemeinsam mit seiner Frau Elfriede das Unternehmen ÖkoFEN mit der Vision, in seiner waldreichen Heimat fossile Heizsysteme durch umwelt-freundliche und komfortable Holzheizungen zu ersetzen. Mehr als 29 Jahre später ist das Unternehmen einer der weltweit führenden Hersteller von Pelletsheizungen und vielem mehr. 1997 sorgte Herbert Ortner mit der Präsentation des ersten typengeprüften vollautomatischen Pelletskessels für großes Aufsehen. Diese Pionierleistung war der Beginn einer rasanten Unternehmensentwicklung. In den Jahren danach kamen die Innovationen in der Pelletsheiztechnik ebenso von ÖkoFEN: Gewebetanks zur platzsparenden Pelletslagerung, Pelletsheizungen für Niedrigenergiehäuser, die besonders herausfordernde Brennwerttechnik und die Stromerzeugung mit einer Pelletsheizung und schließlich die Entwicklung des energieautarken Hauses. Die intelligente und innovative Kombination modernster Photovoltaik- und Stromspeicher-Technologien mit einem hocheffizienten Pellets-Brennwertkessel von ÖkoFEN und einem darin integrierten Stirlingmotor ermöglicht nun, sowohl 100 Prozent des Wärmebedarfs als auch 100 Prozent des Strombedarfs vor Ort mit Erneuerbaren Energien im Haus selbst zu erzeugen. Auch hier besteht die Möglichkeit, dies Schritt für Schritt umzusetzen.

Mit der Speicherlösung Fronius Energy Package von Fronius können nun die Zeitunter-schiede zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch überbrückt werden.Alle Daten vonWechselrichter, Batteriesystem und Heizung werden in der Regelung mit Online-Wetterdaten verknüpft, verarbeitet und visualisiert.

 

 

Ausführliche Beschreibung der Preisträger siehe:  www.eurosolar.at/Drucksorten/Solarpreis2018/Solarpreisbroschuere2018.pdf

 

Rahmenprogramm

 

Die Teilnehmer waren sehr beeindruckt von dem interessanten und vielfältigen Rahmenprogramm, das von DI Johann Punzenberger ausgewählt und organisiert wurde. Herzlichen Dank!

Treffpunkt war bereits am Vortag das Energieinstitut Vorarlberg in Dornbirn, wo uns Geschäftsführer DI Josef Burtscher begrüßte und uns einen aufschlussreichen Überblick über die bereits 31 Jahre existierende Institution gab - vom Energiesparverein zum europaweit vernetzten Kompetenzzentrum. Das Energieinstitut Vorarlberg ist ein gemeinnütziger Verein, der von 12 institutionellen Mitgliedern – allen voran Land Vorarlberg, Illwerke vkw, Vorarlberger Energienetze und den Vorarlberger Raiffeisenbanken – getragen wird. Die Hauptaufgabe des Energieinstituts ist heute die Begleitung engagierter Akteure aus allen Bereichen auf dem Weg zur Energieautonomie.

Danach stellte uns der Geschäftsführer DI Betr.oec. Johann Punzenberger die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg – AEEV  vor. Sie ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der als regionale Interessensvertretung für alle erneuerbaren Energieträger (produktneutral, politisch unabhängig, für dezentrale Systeme) und als Koordinationsstelle für eine gemeinsame Vorgangsweise für Öffentlichkeitsarbeit tätig ist.

Die Arbeit von EUROSOLAR AUSTRIA stellte DI Wolfgang Hein vor und die Besucher erzählten über ihre Arbeit und speziellen Interessen auf dem Gebiet der EE. Es war ein intensiver Austausch, der die recht unterschiedlichen Arbeiten und Probleme in den einzelnen Bundesländern aufzeigte.

 

Anschließend wurde das Biomasse Heizwerk Ilg in Dornbirn besucht.

Familie Ilg betreibt seit 2015 neben sechs Biomasseheizwerken in Dornbirn, die ca. 270 private, öffentliche und gewerbliche Objekte mit Wärme versorgen, eine effizienzoptimierte Holzvergaseranlage. Diese, von der Firma Fa. Syncraft/Tirol errichtete Anlage, produziert Strom, Wärme und das hochwertige NebenproduktBiokohle (ca. 3% der eingesetzten Biomasse). Mit Hilfe des patentierten Schwebebettvergasers werden Störstoffe ausgeschleust und ein sehr reines Gas und Biokohle mit EBC-Zertifizierung erzeugt. Anwendung: Futterzusatz, Grillkohle etc.

Biokohle hat für die Zukunft ein großes Potential die Humusschicht zu verbessern und Kohlenstoff aus der Atmosphäre dauerhaft und nutzbringend zu entfernen

 

Zum Abschluss nach der Solarpreisverleihung im Festspielhaus besuchten wir das prämierte Projekt Neubau Metzler Naturhautnahin Egg/ Bregenzer Wald.

Ingo Metzler erzählte uns die Entwicklung seines Unternehmens vom Milchbauern zum Produzenten von Käse und Molkereiprodukten wie Trinkmolke und Molkesuppen  sowie  von vielfältigen KosmetikartikelnMetzler Naturhautnah. Ihm ist die Transparenz sehr wichtig, vom Schau-Bauernhof bis zur Produktherstellung sind entsprechende Besuchergalerien vorhanden und viele Interessierte folgen der Einladung.

Anschließend zeigte Gebhard Keckeis mit Bürgermeister Christian Läßer das neue übersichtlich gestalteten Betriebsgebäude mit den Bereichen Produktion, Hochregallager, Materiallager für die Produktion, die An- und Auslieferung, das Kommissionierungslager, die Sozialräume, das Labor und eine geräumige Besuchergalerie.

Die ca. 1.700 m² große Nutzfläche des Gebäudes wird ganzjährig mittels Solarthermie, Photovoltaik, Energiespeicher und Wärmepumpe energetisch versorgt.

Die technisch verbesserte, netto 133 m² große und aus einem einzigen Konstrukt bestehende fassadenintegrierte Kollektoranlage verteilt die eingefangene Sonnenenergie - mittels Bauteilaktivierung - auf die Betonböden des Gebäudes. 
Der Energieüberschuss wird im Hochleistungsspeicher aus Schotter, der unter der Betonplatte des Bauwerks angeordnet ist, gespeichert und bei Bedarf mit einer speziell entwickelten Sole-Wärmepumpe zur Verfügung gestellt. Das Plusgebäude heizt auch noch das alte Betriebsgebäude mit!

Genaue Beschreibung des Energiekonzepts:  http://energie-werkstatt.at/